Fishbowl

Wie kann ich eine Diskussionsrunde in meiner Veranstaltung gestalten?

"Auf einen Blick"

Zeitaufwand: variiert je nach Diskussion

Anzahl Personen: grundsätzlich unbeschränkt

Material: keines (evtl. entsprechende Bestuhlung)

Beschreibung

Die "Fishbowl-Methode" ist eine Form der Gruppendiskussion. Ein (kleiner) Teil der Anwesenden befindet sich (nur bildlich gesprochen) im Inneren des Goldfischglases und diskutiert aktiv, während die anderen Teilnehmenden die Diskussion von aussen verfolgen. Sie können nach vereinbarten Spielregeln aber auch in den Kreis der Diskutierenden treten.

Der Vorteil dieser Methode gegenüber einer Plenumsdiskussion ist die überschaubarere Diskussionsrunde, bei der sichtbar ist, wer sich an der Diskussion beteiligt. Die Studierenden entscheiden bei der Fishbowl-Methode selbst, ob und wann sie der Diskussion aktiv beitreten und wann sie diese wieder verlassen. So können auch Personen mitdiskutieren, die in einer grossen Gruppe nicht oder selten zu Wort kommen.

Ziele

  • Vertiefen und Reflektieren von fachlichen Inhalten
  • Fördern von Diskussions- und Beobachtungsfähigkeiten
  • Reflektieren von eigenem und fremdem Diskussionsverhalten

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Anleitung

Vorgehen:

  • Allgemeine Diskussionsregeln festlegen und mitteilen (Aussprechen lassen, auf Vorredner*in beziehen, Anweisungen der moderierenden Person befolgen),
  • festlegen der Diskutant*innen (Fische),
  • die "Fische" diskutieren ein möglichst offenes Thema,
  • die dozierende Person moderiert (oder delegiert eine/n Moderator*in),
  • die übrigen Studierenden beobachten die Diskussion und machen sich sowohl zu den Inhalten wie zu dem Diskussionsablauf Notizen,
  • inhaltlicher und methodischer Abschluss im Plenum.
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Variationen

Geschlossene Fishbowl (A): Die Diskussionsrunde besteht aus einer festen Gruppe (innerer Kreis). Die Beobachter*innen (äusserer Kreis) halten ihre Beobachtungen auf einem Flipchart fest.

Offene Fishbowl (B): Im Innenkreis ist ein freier Stuhl. Möchte sich eine Person des Aussenkreises an der Diskussion beteiligen, setzt sie sich auf diesen freien Stuhl. Nachdem der/die Teilnehmende seine/ihre Interessen im Innenkreis vertreten hat oder sich eine andere Person des Außenkreises äussern möchte (Signal durch Antippen), räumt er/sie den Stuhl und nimmt wieder im Aussenkreis Platz. Es können auch mehrere freie Stühle in den Innenkreis gestellt werden.

Pro-Contra-Fishbowl (C): Sowohl die Personen des Innen- als auch des Aussenkreises werden in Pro- und Kontragruppen eingeteilt. Es diskutieren aktiv nur Stellvertreter*innen der jeweiligen Gruppen (innerer Kreis). Die übrigen Personen hören aktiv zu und wechseln mit einem/r der Stellvertreter*innen ihrer Gruppe im Innenkreis, wenn sie sich an der Diskussion beteiligen möchten. Die Diskussion endet nach einer festgelegten Zeit oder wenn alle der Meinung sind, dass keine neuen Argumente vorgetragen werden und die Diskussion erschöpft ist.

Fishbowl mit Rollenwechsel: Die Teilnehmenden wechseln nach einer festgelegten Zeit die Rollen; die diskutierenden "Fische" werden zu Beobachter*innen und umgekehrt.

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Besondere Merkmale

Durch die Sitzordnung (innerer und äusserer Kreis) entsteht eine klare Rollenzuteilung: Der innere Kreis diskutiert und der äussere Kreis beobachtet und hört zu. Durch die Verdichtung der Diskussion entsteht eine hohe Identifikation der Teilnehmer*innen mit der Diskussion und der Arbeit am Thema.
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Referenzen und Ressourcen

Macke, G., Hanke, U., Viehmann-Schweizer, P., & Raether, W. (2016). Kompetenzorientierte Hochschuldidaktik: Lehren – vortragen – prüfen – beraten. (3. Aufl.). Weinheim, Basel: Beltz.

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