Sandwich-Prinzip

Wie sollte meine Lehrveranstaltung rhythmisiert sein und welche Phasen sollte sie beinhalten?

"Auf einen Blick"

Zeitaufwand: 30-90 Min.

Anzahl Personen: je nach Art der aktiven Auseinandersetzung praktisch unbeschränkt

Material: Input für Vermittlungsphase; Auftrag für aktive Phase

Beschreibung

Vorträge, die länger als 20 Minuten dauern, sind schwierig zu "verdauen" – die Aufmerksamkeit der Lernenden sinkt rapide und das Lernergebnis kann enttäuschend sein. Das Sandwich-Prinzip ist ein planvoll hergestelltes Lehr-Lernarrangement, in dem sich Vermittlungsphasen (rezeptive Phasen) und Phasen der aktiven Auseinandersetzung mit den Inhalten (expressive Phasen) abwechseln. Dies ermöglicht den Lernenden eine bessere und nachhaltigere Aufnahme und Verarbeitung der Lerninhalte. Durch die planvolle Abwechslung der Phasen und eine entsprechende Rahmung (Einstieg, Ausstieg) entsteht das Bild eines "Sandwichs".

Sandwich-Prinzip

Ziele

  • Lehre nachhaltiger gestalten
  • Aufnahme und Verarbeitung der Lerninhalte verbessern
  • Einzelarbeit wie auch Teamwork fördern

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Anleitung

Gemäss Sandwich-Prinzip beginnt jede Lehrsequenz mit einem Einstieg. Damit sind die ersten Minuten einer Lektion gemeint. Es bietet sich an, den Einstieg in eine Lehr-Lernsequenz mit einem inhaltlichen und einem organisatorischen Überblick zu beginnen (thematisch bspw. in Form eines Advance Organizer) und die Ziele wie auch den Ablauf der Veranstaltung zu verdeutlichen.

An den Einstieg kann eine Phase der Vermittlung anschliessen, bspw. ein Referat, ein Vortrag, eine Demonstration, ein Videoinput etc. In dieser Phase sind die Lernenden in erster Linie rezeptiv tätig, d.h. sie nehmen Wissen auf und machen ggf. Notizen. Nach etwa 20 Minuten sollte eine Vermittlungsphase beendet oder unterbrochen werden, um den Lernenden eine aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten zu ermöglichen (expressive Phase).

Die Übergänge zwischen rezeptiven und expressiven Phasen sollten von der/dem Dozent*in mitbedacht und deutlich gestaltet werden. Die Anweisungen für die Arbeit in den expressiven Phasen sollten klar formuliert werden (ggf. schriftlich).

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Variationen

Das Sandwich-Prinzip kann auf 30- bis 90-minütige Lehr-Lernphasen angewandt werden. Wie viele expressive und rezeptive Phasen das spezifische Lehr-Lern-Sandwich aufweist, hängt vom zeitlichen Rahmen ab. Auch kann das «Sandwich» nach dem Einstieg direkt mit einer expressiven Phase beginnen, wenn die Lernenden bereits im Vorfeld der Veranstaltung Wissen aufgenommen haben (bspw. über die Lektüre von Texten) oder sie zunächst ihr Vorwissen aktivieren sollen.

Die expressiven Phasen können unterschiedlich lang sein und in Einzel- oder Gruppenarbeit erfolgen. Es können bspw. Fragen gestellt werden oder die Lernenden schreiben kurze Texte/Antworten (die bspw. anonym über Classroom Response Systeme gesammelt und für alle visualisiert werden können). In grossen Vorlesungssettings können durch Buzz Groups (auch: Murmelgruppen) alle Anwesenden aktiviert werden.

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Besondere Merkmale

Da die Methode selbst bereits Methodenwechsel einschliesst, kann sie eine ganze Lerneinheit ausfüllen.
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Referenzen und Ressourcen

Knoll, J. (2007). Kurs- und Seminarmethoden. Weinheim: Beltz.

Macke, G., Hanke, U., & Viehmann, P. (2008). Hochschuldidaktik. Weinheim: Beltz.

Reumann, M., Mohr, M., Dössel, O., & Diez, A. (2006). Grundlagenveranstaltungen neu verpackt. Vorlesung, Übung und Tutorien im koordinierten Zusammenspiel. Kapitel E 2.3. In: In: B. Berendt, H.-P. Voss, & J. Wildt (Hrsg.). Neues Handbuch Hochschullehre: Lehren und Lernen effizient gestalten. Berlin: Raabe.

Wahl, D. (2005). Lernumgebungen erfolgreich gestalten. Vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Hoffmann, S. G., & Kiehne, B. (2016). Ideen für die Hochschullehre. Ein Methodenreader. Berlin: Universitätsverlag der TU Berlin.

Waldherr, F., & Walter, C. (2009). Didaktisch und praktisch: Ideen und Methoden für die Hochschullehre. Stuttgart: Schäffer-Poeschel

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