Virtuelle Pinnwände

Wie kann ich online ein Whiteboard für Ideensammlungen etc. einsetzen?

"Auf einen Blick"

Zeitaufwand: min. 5 Min. (je nach Auftrag deutlich länger)

Anzahl Personen: max. 40 (zu Übersichts- und Koordinationszwecken); grundsätzlich unbeschränkt

Material: Einrichtung eines Whiteboards mit entsprechendem Webtool, Smartphones/Computer der Studierenden

Beschreibung

Virtuelle Pinnwände (Whiteboards) sind Webtools, mit denen sich Beiträge von Studierenden digital sammeln und visualisieren lassen. In Lehrveranstaltungen ist es oft eine Herausforderung, alle Studierenden zur Mitarbeit zu motivieren, zudem zeigen manche Studierende auch Hemmungen, sich öffentlich mit Wortbeiträgen zu beteiligen. Virtuelle Pinnwände ermöglichen es, kollaborativ und (optional) anonym Inhalte zu erstellen und diese in der Lehrveranstaltung gemeinsam zu nutzen.

Es gibt verschiedene Systeme (z.B. Padlet, Miroboard, Edupad etc.), welche in der Anwendung verschiedene Möglichkeiten bezüglich der Gestaltung eines Whiteboards aber auch bezüglich der allgemeinen Handhabung (z.B. Teilnehmerzahl, Zugang, Exportmöglichkeiten etc.) bieten. Ein Überblick über einige Systeme und deren Funktionen ist hier zu finden.

Ziele

  • schnelles Sammeln von Ideen und Beiträgen
  • Aktivierung von Studierenden
  • Lehrveranstaltungen interaktiv und adaptiv gestalten
  • gemeinsame Erarbeitung oder Anwendung von Lehrstoff

+

Anleitung

Virtuelle Pinnwände sollten bewusst in der Lehre eingesetzt und deren Ergebnisse in der Lehrveranstaltung aufgegriffen werden. Es empfiehlt sich, die Studierenden vor der Lehrveranstaltung darüber zu informieren, dass sie ein internetfähiges Smartphone oder einen Laptop zu den Sitzungen mitbringen sollen, sodass eine hohe Beteiligung möglich ist. Vor dem Einsatz von virtuellen Pinnwänden sollten Dozierende das jeweilige System selbst testen. Es empfiehlt sich, das System auch aus Sicht der Teilnehmenden auszuprobieren, um bei auftretenden Problemen kompetent reagieren zu können.

Vor dem Einsatz einer virtuellen Pinnwand sind folgende Punkte zu prüfen und je nachdem zu definieren:

  • Können die Studierenden anonym auf die virtuelle Pinnwand zurückgreifen oder müssen sie sich mit ihrem Namen registrieren?
  • Können die Studierenden die virtuelle Pinnwand mitgestalten oder lediglich betrachten?
  • Über welchen Kanal wird der Link zur virtuellen Pinnwand geteilt?
  • Kennen die Studierenden das verwendete Webtool oder benötigen sie eine kurze Einführung (z.B im Umgang mit sensiblen Daten)?
  • Sind Regeln beim Editieren fremder Inhalte nötig?
  • Muss ein Backup erstellt werden?
+

Variationen

Virtuelle Pinnwände können in praktisch allen Formaten der synchronen und asynchronen Lehre eingesetzt werden. Zu Beginn des Semesters kann bspw. ein Miro-Board (vgl. Downloads & Links) eingesetzt werden, um mittels Post-its auf einer Weltkarte die Herkunft der Studierenden zu erfahren (Miro ist für den Bildungskontext kostenlos, vgl. Downloads & Links für entsprechende Anleitung). Es ist auch möglich, das Vorwissen oder die Erwartungen der Studierenden in einer Mind-Map oder Concept-Map zu sammeln. Hierzu eignet sich bspw. ein Padlet (vgl. Downloads & Links) mit vorgegebener Struktur.

Während des Semesters kann das Tool fortlaufend eingesetzt werden, um Studierende zu aktivieren und während der Lehrveranstaltung mit ihnen gemeinsam etwas zu erarbeiten – ähnlich wie auf einer Schultafel. Die Studierenden können auch die (Haus-)Aufgabe erhalten, alleine oder in Gruppen eine virtuelle Pinnwand zu einem zugewiesenen Thema zu gestalten und das Ergebnis innerhalb der Lehrveranstaltung vorzustellen. Diese kann nach Bedarf auch benotet werden, wodurch sie mindestens teilweise zum Leistungsnachweis für die Lehrveranstaltung wird.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, im Nachgang einer Lektion Meinungen einzuholen (im Sinne einer formativen Lehrevaluation) oder verbliebene Unklarheiten zu sammeln, die dann in der nächsten Lektion aufgegriffen werden. Eine gemeinsam erarbeitete Pinnwand kann auch zur Wiederholung des Stoffes der letzten Sitzung oder am Ende des Semesters als Wissenskonsolidierung vor einer Prüfung dienen. 

Gegen Ende des Semesters eignen sich gemeinsam erstellte Mind-Maps oder Concept-Maps, in denen man das Wissen aus den verschiedenen Lehrveranstaltungssitzungen verknüpft, auch als Prüfungsvorbereitung.

+

Besondere Merkmale

Indem Studierenden die Möglichkeit gegeben wird, ihr erworbenes Wissen direkt auf eine Fragestellung anzuwenden und dabei ein (gemeinsames) Produkt zu erstellen, wird ein Lernerfolg unmittelbar sichtbar. Zudem führt der Moduswechsel von der passiven zur aktiven Rolle der Studierenden in einer Lehrveranstaltung dazu, stark rezeptive Lehrformate aufzulockern. Somit kann der Einsatz von virtuellen Pinnwänden die Motivation der Studierenden fördern, aber auch durch den Moduswechsel zu einer grösseren Aufmerksamkeit bei nachfolgenden rezeptiven Phasen führen. Durch die mögliche Anonymität (je nach Einstellung und Aufgabenstellung) wird ausserdem erreicht, dass viele Studierende teilnehmen und so ein guter Eindruck (bspw. über den Kenntnisstand der Studierenden) gewonnen werden kann.
+

Referenzen und Ressourcen

DeWitt, D., & Koh, E. H. (2020). Promoting knowledge management processes through an interactive virtual wall in a postgraduate business finance course. Journal of Education for Business, 95(4), 255-262.

Ellis, D. (2015). Using Padlet to increase student engagement inlectures.InECEL2015-14th European Conference on e-Learning:ECEl2015(p. 195-198). Academic Conferences and publishinglimited.

Diese Tools könnten Sie auch interessieren: