Gruppenpuzzle

Wie kann ich die studentische Wissenserarbeitung und -vermittlung in meiner Lehrveranstaltung als kollaborativ gestalten?

"Auf einen Blick"

Zeitaufwand: min. 60 Min., oft länger

Anzahl Personen: praktisch unbeschränkt (ggf. mehrere Expert*innengruppen pro Unterthema)

Material: Aufgaben/(Leit-)fragen zu den Unterthemen; Material zu den Unterthemen

Beschreibung

Das Gruppenpuzzle (auch: Jigsaw-Methode oder Gruppen-Experten-Rallye) ist eine kollaborative Lernmethode, bei der Lernende zugleich auch als Lehrende agieren. Ein Thema wird dabei in möglichst gleich grosse Teile (Unterthemen) aufgeteilt und an die Lernenden vergeben. So bildet sich zu jedem Unterthema eine sogenannte Expert*innengruppen, welche sich mit dem jeweiligen Inhalt genauer auseinandersetzt. Später werden die Lernenden so durchmischt, dass sich in den neuen Gruppen jeweils eine Person mit spezifischem Wissen zu jedem Unterthema befindet. In dieser Gruppe darf nun jede Person das erworbene Wissen mit den anderen Gruppenmitgliedern teilen, sodass am Ende alle über das gesamte Thema informiert sind.

Ziele

  • Wissenserwerb und -vermittlung kollaborativ gestalten
  • Kommunikationsfähigkeit der Studierenden fördern

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Anleitung

Als Vorbereitung muss der Lerninhalt in möglichst gleich grosse Teile aufgeteilt (bspw. vier Theorien zu einer Fragestellung, fünf Perspektiven auf ein Oberthema oder drei Experimente zu einem Thema). Zu Beginn der Gruppenarbeit müssen die Lernenden in das Thema und die Methodik eingeführt werden. Anschliessend werden so viele Expert*innengruppen gebildet, wie es Unternehmen gibt. Die einzelnen Gruppen sollten idealerweise drei bis fünf Personen umfassen, wobei wichtig ist, dass jedes Thema möglichst mit gleich vielen Personen besetzt ist.

In der Expert*innenphase erfolgt nun der Wissenserwerb zu den jeweiligen Unterthemen.

Danach folgt die Austauschphase, in der die Expert*innen in vermischten Gruppen gegenseitig ihr Wissen vermitteln können.

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Variationen

Teile des Gruppenpuzzles können bei entsprechender didaktischer Strukturierung auch im vorbereitenden Selbststudium (bspw. durch Lektüre) absolviert werden.

In der Expert*innenphase können abschliessend Prüfungsfragen erstellt werden, die in der darauffolgenden Austauschphase von den Lehrenden aufgegriffen werden. So ist eine Überprüfung des Lernzuwachses möglich.
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Besondere Merkmale

Durch die Aktivierung der Lernenden eignet sich das Gruppenpuzzle besonders gut für den Erwerb neuer Inhalte (bspw. Basiswissen). Es können aber auch aufbauende Themen behandelt werden, insofern mehr Zeit zur Verfügung gestellt wird.
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Referenzen und Ressourcen

Aronson, E. (1978). The Jigsaw classroom. Beverly Hills, London: Sage.
Bett, K., Rinn, U., Friedrich, H. F., Hron, A., & Mayer-Picard, E. (2002). Das Gruppenpuzzle als kooperative Lernmethode in virtuellen Seminaren – ein Erfahrungsbericht. In G. Bachmann, O. Haefeli, & M. Kindt (Hrsg.), Campus 2002: Die virtuelle Hochschule in der Konsolidierungsphase (S. 337–365). New York, München, Berlin: Waxmann.